|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
www.solingen-alpin.de www.alpenverein-solingen.de www.dav-solingen.de
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Pflichtfortbildung der Fachübungsleiter Juni 2006
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Vor allem macht es uns richtig Spaß. Man mag Begriffe wie Erwachsenenbildung, Lehrmotivation oder auch Verantwortung oder Pflichtgefühl hereinbringen, seien Sie sicher, wir täten es nicht, wenn es uns nicht wirklich Spaß machte. Der alljährlich wiederkehrende Basiskurs im März und die ebenfalls schon Tradition gewordenen Aufbaukurse alpin und Klettersteig sind für uns nicht das Abspulen von Standardprogrammen. Jeder Kurs ist anders, und jeder Kurs ist auch für uns ein Haufen neuer Erfahrungen. Um Ihnen als lernendem Teilnehmer dabei weder alte Socken noch individuelle Vorlieben anzudrehen, versuchen wir, durch regelmäßige Pflichtfortbildungen, geleitet durch Mitglieder des Lehrteams des DAV, in allen Bereichen des alpinen Wissens auf dem neuesten Stand zu bleiben. Wie im Jahr 2003 haben wir es auch 2006 wieder geschafft, eine solche Fortbildung nicht nur gemeinsam mit - fast - allen FÜs zu besuchen, sondern gar zu organisieren. Grundgedanke dabei ist, alle FÜs auf einen einheitlichen Wissenstand zu bringen, der dann in der Sektionsausbildung zum Tragen kommt. Wir wählten dazu das Fortbildungsthema ebenso wie den Hüttenstützpunkt selbst aus : Risikomanagement und Notfallmanagement im Gebirge auf der Blaueishütte im Hochkaltermassiv bei Berchtesgaden. Wir laden Sie ein zu ein paar Eindrücken von dieser Fortbildung.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Stellen wir uns doch einmal ein Koordinatensystem vor, so eins, wie viele es zuletzt in der Schule in Mathe gezeichnet haben und andere es täglich zur Darstellung von Zusammenhängen benutzen. Auf der Y-Achse (das ist die, die nach oben geht...) tragen wir die Einschätzung unserer alpinen Kenntnisse ein. Glauben wir viel zu Wissen über Alpine Gefahren, so liegen wir ganz hoch; wenn wir wenig wissen, liegen wir ganz unten. Auf der X-Achse (also der, die nach rechts geht...) bestimmen wir unsere Einschätzung, wie risikofreudig oder risikobereit wir sind. Wiederum, sehr risikofreudig bedeutet weit nach rechts, eher ängstlich heißt ganz links. Helfen wir uns mit Einschätzungen zwischen 0 und 10, so könnte herauskommen : 0 - 0 keine Ahnung von alpinen Gefahren, nicht risikobereit. Wer sich so einschätzt, geht gar nicht in die Berge, weil er der Sache per se nicht traut. 10 - 10 voll der Durchblicker, kennt jede alpine Falle, aber rennt trotzdem in jedes Risiko; weil: er kennt sich ja aus. Mit so einem möchte ich eher nicht gehen ... 0 - 10 null risikobereit; bleibt weg, wenn er Lunte riecht; und die riecht er oft, weil er sich bestens auskennt mit den alpinen Gefahren. 10 - 0 hat zwar keine Ahnung, worauf im Gebirge zu achten ist, aber macht alles mit... Klar ? Okay; jetzt sind Sie dran: Wie würden Sie sich einschätzen ? Wo im Koordinatensystem Risiko würden Sie stehen ? Eher bei wenig Kenntnisse und vollstem Gottvertrauen oder eher bei Belesenheit und Erfahrung und sorgfältiger Abwegung der Alpinen Gefahren ...
Dieses Koordinatensystem und die Einschätzung unserer eigenen Person läutete den Takt “Risikomanagement” während der 2006er Fachübungsleiter-Fortbildung des Lehrteams Solingen-alpin auf der Blaueishütte bei Berchtesgaden ein. Zwar war das schon am Ende der Fortbildung, aber das lag nur daran, dass der Hauptteil “Notfallmanagement”, also die Beschäftigung mit allen Maßnahmen und Notwendigkeiten in Situationen, in denen das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, der Schwerpunkt der Fortbildung markierte und somit an den Anfang der Ausbildungstage gestellt wurde.
Es war schon sehr interessant, wie wir uns selbst sahen, und es war noch interessanter, wie einen die anderen sahen, diejenigen, mit denen man seit Jahren gemeinsam in die Berge zieht. Aber die Frage ist im Bergsport legitim und sollte - von jedem ganz persönlich - reflektiert werden: Wie risikobereit bin ich unterwegs und was tue ich, um Risiken zu minimieren ? Welch ein Typ ist mein Führer, mein Partner in den Bergen ? Kann ich mich auf seine Risikoeinschätzung verlassen ? Huuuibuuuh, da kommt man aber auch ins Nachdenken ... Nein, halt ! Bitte nicht gleich den Computer ausschalten und den Kletterpartner oder Bergkameraden anrufen und wüst beschimpfen. Langsam... Wir arbeiten ja dran.
Seitdem ich 1990 in den stolzen Besitz der Führungserlaubnis des DAV inform meiner Fachübungsleiter-Lizenz gekommen bin, habe ich einige Fortbildungen absolviert. Auch wenn die behandelten Themen immer sofort ins Blut übergingen und zur Anwendung kamen, muss ich doch zugeben, dass ich heute nicht mehr alle Termine zusammen bekomme. Führungstechnik Hochgebirge, Raum-Zeit-Berechnungen im Fels, Spaltenbergung, ... Meist ging es um Handwerkszeug; wir haben irgendwann gelernt, dass wir keine geknüpften, sondern nurmehr genähte Bandschlingen benutzen sollen, dass wir die Prusikschlingen nicht mehr im voraus ins Seil knüpfen auf dem Gletscher, dass der Bügelschnapper besser ist als der massive Schnapper, dass das Y-Set auf dem Klettersteig besser ist als die alte Methode, und so weiter. Oft wurden die Neuerungen und Änderungen durch die verbesserte Ausrüstung vorgegeben, aber immer wurden die gelernten Dinge sofort angenommen. Okay, jetzt so; weiter im Text.
Diesmal war es anders. Zum ersten Mal - und es ging uns allen so - fuhren wir von einer Fortbildung mit einer Hausaufgabe nach Hause, mit der selbstauferlegten Verpflichtung, die Inhalte dieser Fortbildung auf den Alltag, ja auf die Struktur der Sektion zu übertragen.
August 2006, Stefan Mertens, Lehrteam Solingen-alpin 
Stand 2012 ist u.a. zu ersehen auf unseren Unterseiten zum Risikomanagement >> und zum Notfallmanagement >>. |
|
|
|
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|

|
|
An solch schönen Plätzen mag man gar nicht an Risiko- und Notfallmanagement denken.
|
|
|
|

|
|
Aber wir wollten ja ‘was lernen von Pepi Stückl ...
|
|
|
|

|
|
... und Pit Rohwedder.
|
|
|
|

|
|
In den leichten Routen der Steinbergplatten ging’s um Sicherungen, Rückzugstechniken und Kameradenrettung.
|
|
|
|

|
|
|
|

|
|
Lose Rolle und Express-Flaschenzug fehlten natürlich nicht.
|
|
|
|

|
|
Eine Möglichkeit, sich für den anfliegenden Helikopter bemerkbar zu machen...
|
|
|
|

|
|
Duo-Abseilen ist eine Schinderei; aber der verletzte Partner dankt es einem.
|
|
|
|

|
|
Eigentlich wollte Pit nur den Seilsitz zeigen ...
|
|
|
|

|
|
Pepi testet die Schmerzempfindlichkeit bei einer Schulterluxation ... (nein, nicht wirklich!)
Ein Verletzter bindet eine ganze Gruppe; eine echte Herausforderung, jemanden einen anspruchsvollen Weg herunterzutragen. Die Leistungen der Bergrettungsdienste erscheinen in ganz anderem Licht, wenn man es selbst einmal macht.
|
|
|
|

|
|
Auffinden einer verletzten Person im Gebirge: Ansprechen, Aufklären, was man macht, Diagnosen ...
|
|
|
|

|
|
... Erste Hilfe, Vorbereitung zum Transport, ...
|
|
|
|

|
|
... hier mittels Biwaksack-Trage, bei der die Tourenstöcke oder auch Bekleidung eingerollt werden, damit die Finger etwas zu greifen haben.
|
|
|
|

|
|
Trotz oder vielleicht gerade wegen der simulierten Katastrophen kam der Spaß aber nicht zu kurz.
|
|
|
|

|
|
Pit und Kristine Rohwedder, zu erreichen unter www.rohwedder.at, ihrer Webseite für Führung, Coaching, Notfall- und Krisenmanagement.
|
|
|
|

|
|
Zum Schluss zerpflückte Pit dann noch unsere Erste-Hilfe-Taschen...
|
|
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|

|
|
Der Besuch auf der Blaueishütte hat sich wieder einmal gelohnt. Einen Dank auch an die Familie Hang, www.blaueishütte.de
|
|
|
|

|
|
Bis zum nächsten Mal.
|
|
|
|
|
|
|
|
alle Fotos : St.Mertens
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
zurück zur Ausbildungsseite
|
|
nach oben
|
|
Sagen Sie uns Ihre Meinung
|
|
|
|
|
|
- ganz offen -
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|